{"id":1276,"date":"2024-01-03T12:12:43","date_gmt":"2024-01-03T11:12:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/?p=1276"},"modified":"2024-01-03T14:34:30","modified_gmt":"2024-01-03T13:34:30","slug":"problem-baer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/problem-baer\/","title":{"rendered":"Problem? B\u00e4r!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-layzr=\"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PSX_20231227_221416.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1272\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">September 01 &#8211; S\u00fc\u00df? Oder b\u00f6se? An den B\u00e4ren in Rum\u00e4nien scheiden sich die Geister. Vor allem in den wilden Karpaten sind Braunb\u00e4ren jedenfalls allgegenw\u00e4rtig. In den Gespr\u00e4chen der Wanderer, der Bauern, der Berg-Dorfbewohner allemal. Aber auch drau\u00dfen im Wald, weit droben an den Gipfeln, auf Almwiesen oder im Latschengeh\u00f6lz haben wir zumindest Spuren und Hinterlassenschaften von den Raubtieren gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang galten diese als menschenscheu. So muss man schon viel Gl\u00fcck haben, dass man wirklich einen B\u00e4ren sieht. Oder sollte man eher von Pech sprechen? Denn nicht jede Begegnung zwischen Braunb\u00e4r und Mensch geht gut aus \u2013 vor allem, wenn einem ein Tier \u00fcberraschend \u00fcber den Weg l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1273\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-layzr=\"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PSX_20231227_221238.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1273\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1264\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-layzr=\"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/PSX_20230830_231341-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1264\"\/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fakt ist: Rum\u00e4nien gilt als eines der L\u00e4nder mit der dichtesten B\u00e4renpopulation weltweit \u2013 neben Russland und Nordamerika\/Kanada\/Alaska. Je nach Sch\u00e4tzung leben zwischen 6000 und 8000 Tiere in Rum\u00e4nien. Ihre Zahl ist in den letzten Jahren offenbar gestiegen. Es ist nicht ganz klar, ob das wirklich mit dem generellen Verbot der (Troph\u00e4en-)Jagd zusammenh\u00e4ngt, das in Rum\u00e4nien seit 2016 gilt. Jedenfalls gibt es immer mehr Zusammentreffen zwischen Mensch und B\u00e4r. Viele Einheimische in den betroffenen Landstrichen sprechen mittlerweile von einer Plage. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-layzr=\"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/PSX_20230830_230905.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1183\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bergd\u00f6rfern werden immer h\u00e4ufiger B\u00e4ren gesichtet, die dort auf Nahrungssuche gehen. Scheinbar hat eine Art Gew\u00f6hnung eingesetzt, ihre Menschenscheu haben viele Tiere abgelegt. Zudem haben sie gelernt, dass in der Zivilisation leichte Beute zu machen ist. In der Wildnis werden die B\u00e4ren von Ger\u00fcchen angelockt. Eine Wanderergruppe hat uns den maltr\u00e4tierten Rucksack gezeigt, an dem ein B\u00e4r in der Nacht beim Zelten versucht hat, wohl an einen Schoko-Riegel zu gelangen. Selbst in St\u00e4dten existiert mittlerweile das Problem, dass die B\u00e4ren gerne M\u00fclltonnen pl\u00fcndern. Abfallbeh\u00e4lter werden \u201eb\u00e4rensicher\u201c gemacht, Bauern stellen Elektro-Z\u00e4une auf, eine Vergr\u00e4mung \u2013 z.B. mit Gummischrot \u2013 ist meist erfolglos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch gibt es immer mehr Attacken: Von 2016 bis 2021 starben laut rum\u00e4nischem Umweltministerium bei insgesamt 154 B\u00e4renangriffen 14 Menschen, 158 wurden verletzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-layzr=\"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/rmnn-uebld-0569_125150-1920x1278.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1274\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bev\u00f6lkerung ist zwiegespalten. Der B\u00e4r hat in der rum\u00e4nischen Tradition einen hohen Stellenwert. Die Menschen lieben ihre Baunb\u00e4ren \u2013 einerseits. Andererseits wird deren N\u00e4he immer gef\u00e4hrlicher. Vor allem Touristen \u2013 nicht nur ausl\u00e4ndische \u2013 freuen sich \u00fcber Angebote, die Tiere in freier Wildbahn sehen zu k\u00f6nnen: Bei der Foto-Pirsch, bei Exkursionen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-layzr=\"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/rmnn-uebld-0544_125120-1920x1278.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1275\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unbedarfte (rum\u00e4nische) St\u00e4dter wiederum versch\u00e4rfen das Problem riskanter Begegnungen, indem sie die Tiere z.B. entlang von Stra\u00dfen, an Rastpl\u00e4tzen oder Leitplanken f\u00fcttern und ihnen aus den Autos heraus Nahrung zuwerfen \u2013 um Selfies und Fotos zu machen. Es gibt mittlerweile Exemplare, die sich neben den Fahrzeugen aufstellen und Essbares fordern. Auch wir haben solche \u201eBettel-B\u00e4ren\u201c gesehen. Dabei m\u00fcssten dort eigentlich Schilder stehen: \u201eBitte nicht f\u00fcttern\u201c. Echt nicht!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem Anlocken durch Urlauber tr\u00e4gt aber auch die Zerst\u00f6rung des nat\u00fcrlichen Lebensraums der B\u00e4ren \u2013 z.B. durch Entwaldung und Abholzung \u2013 dazu bei, dass die Tiere dem Menschen immer n\u00e4herkommen. Dass seit 2023 das Jagdverbot gelockert wurde, halten Tiersch\u00fctzer naturgem\u00e4\u00df nicht f\u00fcr den richtigen Weg, um dem Problem beizukommen. Wir wurden beim Wandern vor allem in den Bergen jedenfalls immer wieder gewarnt, Acht zu geben. Manches Mal wird einem schon mulmig \u2013 vor allem, wenn man allein beim Blaubeerpfl\u00fccken oder beim Gipfelsammeln unterwegs ist. Mangels einer B\u00e4renglocke kommt man dann darauf, laute Selbstgespr\u00e4che im Wald zu f\u00fchren, immerw\u00e4hrend mit den Wanderst\u00f6cken zu klappern oder schlicht zu singen, um vorsorglich auf sich aufmerksam zu machen. Skurril! Dass einmal eine B\u00e4renmutter mit 2 Jungen direkt hinter uns vom Baum geklettert ist, das haben wir gl\u00fccklicherweise erst sp\u00e4ter von nachfolgenden Touristen erz\u00e4hlt bekommen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" data-layzr=\"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/PSX_20230830_231208.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1181\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>September 01 &#8211; S\u00fc\u00df? Oder b\u00f6se? In den wilden Karpaten sind Braunb\u00e4ren allgegenw\u00e4rtig. Im Wald, droben an den Gipfeln, auf Almwiesen, im Latschengeh\u00f6lz. F\u00fcr die einen: Faszinierende Natur. F\u00fcr die anderen: Eine Plage. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1182,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1276","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","latest_post"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1276"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1285,"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1276\/revisions\/1285"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1182"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.folkertlenz.com\/blog\/ueberland2023\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}